Veränderungen in der Sozialstruktur, gesellschaftlicher und kultureller Wandel führen zu immer wieder neuen Herausforderungen für das Handeln kommunaler Verwaltungen. So sind in den vergangenen Jahren Themen der Gesundheitsförderung, der Sicherstellung von Teilhabe, die Integration von geflüchteten Menschen und die Bearbeitung der Folgen des demografischen Wandels in den Vordergrund gerückt. Sie sind Querschnittsthemen, aus denen heraus Probleme ressortübergreifend anfallen, die jedoch in der Alltagspraxis vieler Verwaltungen immer noch sektoral bearbeitet werden.

Die Probleme der „versäulten“ Grundstruktur von Verwaltungsapparaten mit ihrer sektoralen Aufteilung von Zuständigkeiten und Aufgabenbereichen in den verschiedenen Amtsbereichen und Fachdiensten sind seit längerem in der Diskussion. Die Kernpunkte der Kritik laufen darauf hinaus, dass durch die Versäulung ein traditionelles Ressortdenken gefördert werde. Eine fachübergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher Ämter sei aufgrund der verschiedenen gesetzlich definierten Zuständigkeiten, unterschiedlicher politischer Aufträge und teilweise konkurrierender Interessenlagen schwierig. Doch gerade der demografische Wandel und seine Folgen sind Querschnittsthemen, mit denen unterschiedliche Fachdienste in einer kommunalen Verwaltung konfrontiert sind. Wie kann eine ressortübergreifende Kooperation gelingen?